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Keine Zeit zum Spielen

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Mit einem Food Truck gegen Arbeitslosigkeit, Kinderarbeit und Migration

In Brasilien leben etwa sieben Millionen Kinder auf der Strasse. Ohne Perspektiven kämpfen sie täglich ums Überleben. Oft suchen Sie mit einer Flucht nach Europa den Ausweg aus ihrer verzweifelten Situation.

In der Region Nordosten ist fast jedes vierte Kind in den Arbeitsprozess integriert. Hier unterscheidet man zwischen "Kindern auf der Strasse" und "Kindern der Strasse"- der Übergang ist fliessend. „Kinder auf der Strasse“ arbeiten unter ausbeuterischen Bedingungen, sie haben jedoch regelmässigen Kontakt zu ihren Eltern. „Kinder der Strasse“ arbeiten unter denselben Bedingungen, haben allerdings keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern; in beiden Fällen spricht man von Strassenkindern.

Die Biografie von Carlos

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Carlos lebt im Nordosten Brasiliens, in einem Dorf in der Nähe von Recife im Bundesstaat Pernambuco. Von 5 Uhr morgens bis 16 Uhr arbeitet er bei 40 Grad in der Sonne auf einer Zuckerrohr-Plantage, fünf Kilometer von seinem Dorf entfernt. Den Weg hin und zurück muss er zu Fuss bewältigen. Die Plantage wurde abgebrannt, um besser ernten zu können. Nur die Zuckerrohrstangen überstehen das Feuer. Sie ragen senkrecht aus dem kohlrabenschwarzen Boden und werden mit keilförmigen Messern beschnitten und in Bündeln gesammelt. Carlos wird nach der Menge der Bündel bezahlt, die er rauchgeschwärzt bei einem erwachsenen Aufseher abliefert. Der kontrolliert mit schützendem Hut, Sonnenbrille und weissem Hemd die Arbeit der Kinder und ist an ihrem Umsatz beteiligt. Carlos meint, er schaffe 200 Bündel am Tag, das wären rund 2000 Kilo Zuckerrohr. Er verdiene dafür acht Real, dass sind ca. 2 Euro - wenn der Aufseher sich nicht dauernd verrechnen würde.

Statt Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen das Carlos später für ein selbstbestimmtes Leben brauchen kann, wird er wie viele andere Kinder, zur Arbeit gezwungen. Die Regierung veröffentlichte Zahlen zu den kleinsten und jüngsten Arbeitenden des Landes: 410'000 Kinder im Alter von 5 bis 13 Jahren sind in die harte Erwerbsarbeit involviert.

Viele Kinder, wie Carlos müssen aber auch Gewalt "von aussen" fürchten. Gewaltakte gegen Strassenkinder gehen bis hin zum staatlich gebilligten Mord. In Brasilien zum Beispiel bezahlen Landbesitzer Todesschwadrone, um Strassenkinder von den Strassen verschwinden zu lassen. So schätzt man, dass jeden Tag etwa sieben Strassenkinder und Strassenjugendliche ermordet werden.  Die Gewalterfahrung von Strassenkindern reicht meist in ihre früheste Kindheit zurück. Körperliche Misshandlung, seelische Qualen und sexueller Machtmissbrauch sind die häufigsten Gründe, warum Kinder auf die Strasse fliehen. Für die Kinder der Strasse gibt es kaum wirkliche Zukunftsaussichten. Sie leben von einem Tag zum anderen. Sollte ein Strassenkind überhaupt den Absprung in eine bürgerliche Lebensform schaffen, so gehört es zum grossen Heer der nicht gebildeten Menschen, die um die sinkende Zahl der Arbeitsplätze konkurrieren. Die Gewalterfahrungen und der erlittene sexuelle Machtmissbrauch haben ausserdem oft traumatische psychische Verletzungen verursacht, die niemals mehr ganz verarbeitet werden können. So lebt zum Beispiel in Recife schon die dritte Generation von Kindern auf der Strasse.

Mit jedem zusätzlichen Schuljahr haben Strassenkinder 10-20 Prozent bessere Chancen im Leben.

Kinderarbeit entsteht nur, wenn gesellschaftliche und familiäre Einstellungen sie tolerieren oder gar gutheissen.

Neben der nationalen und internationalen Lobbyarbeit zur Bekämpfung der Armut und zur Abschaffung von Kinderarbeit setzt sich die Schweizer Nicht-Regierungsorganisationen «Streetworker Kinderhilfswerk Brasilien» sehr konkret für eine Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse von den besonders benachteiligten Strassenkinder in Brasilien ein.

Nebst der direkten Betreuung, Förderung und Wiedereingliederung der vulnerablen und auf der Strasse lebenden Kinder und Jugendlichen geht es auch darum, die Gesellschaft für die sozialen Probleme dieser Jugendlichen und deren Rechte zu sensibilisieren.

Projekt Street Food Brasil

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Ziel vom Projekt Street Food Brasil ist es, den Jugendlichen einen Ausbildungsplatz in der Gastronomie zu geben.

Mit einer Vorbereitungsküche und der Inbetriebnahme eines ersten Food Truck in der Millionenstadt Recife werden die Strassenkinder an ein geregeltes Arbeiten im Berufsleben gewöhnt. Mit dem Food Truck (Mobile Küche) haben Gastro-Profis die Möglichkeit, ihr Wissen in verschiedenen Sparten der Gastronomie an die interessierten Strassenkinder weiterzugeben.

Zur Vorbereitung auf die Ausbildung in der Gastronomie werden die Jugendlichen in Berufsvorbereitenden Kursen, schrittweise mit dem Grundwissen versorgt. Das zweite und dritte Ausbildungsjahr beinhaltet eine Ausbildung mit Praxis auf dem Food Truck und Theorie-Blöcken im Ausbildungszentrum.

Nach erfolgreichem Abschluss der 3-jährigen Ausbildung erhalten die Jugendlichen ein landesweit anerkanntes Diplom, von der brasilianischen gemeinnützigen Einrichtung (SEBRAE). Ein Ausbildungs- und Entwicklungsförderer, der das Unternehmertum, die Wettbewerbsfähigkeit und die Nachhaltigkeit von Klein und Mittelständigen Unternehmen fördert.

Gib einem Strassenkind einen Ausbildungsplatz

Jeder Franken von Dir erzielt einen Mehrwert. Deine Hilfe wird für die Beschaffung des Food-Trucks verwendet, mit welchem wir über Jahre einen nachhaltigen Ertrag erwirtschaften werden.

Helfen Sie jetzt!  Ihre Spende wird im Kleinen Grosses bewirken

Dank Ihrer Hilfe holen wir die Kinder von der Strasse!

Auf unserer Projektseite haben Sie die Möglichkeit, den Auszubildenden in Recife direkt vor Ort zu helfen.

Beitrag von Peter Rieser Januar 2019

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